Dieses Spielzeug braucht kein Mensch
Es gibt einiges an Spielzeug, was wir gekauft oder geschenkt bekommen haben und im Nachhinein haben wir uns geärgert, weil es kaum benutzt wurde. Klar, das ist von Kind zu Kind auch sehr unterschiedlich. Nichtsdestotrotz gibt es, glaube ich, ein paar allgemeingültige Schlüsse, die man aus meinen Erfahrungen ziehen kann.
Hier mal ein Liste mit Worst-Ofs meiner Kinder:
Schnuffeltuch
Der erste Gegenstand auf dieser Liste muss natürlich mein heißgeliebtes Schnuffeltuch sein. Dabei hab ich ja grundsätzlich gar nichts gegen die Dinger, aber:
Wir haben zur Geburt unserer zwei Kinder jeweils 3 oder 4 Schnuffeltücher geschenkt bekommen. Jedes einzelne war ein wirklich sehr süßes Geschenk und als junge Eltern freut man sich auch sehr über diese Geschenke. Dann wäscht man sie und legt sie erstmal in eine Schublade.
Wenn das Baby dann etwas aktiver wird, holt man sie dann mal wieder raus und versucht es damit ein bisschen zu aktivieren oder kuscheln zu lassen. Unsere Erfahrungen damit waren allerdings immer sehr ernüchternd. Meistens fanden die Kleinen andere Dinge spannender (Windeln, Mulltücher und sowieso alles, was sie nicht anlangen sollten) und selbst wenn sie sich mal damit beschäftigt haben, dann nie sehr lange.
Wenn ich dann überlege, dass 6 bis 8 Schnuffeltücher insgesamt bestimmt über 100 Euro gekostet haben, dann ist es eigentlich Schade um das Geld. Daher meine Empfehlung an werdende Eltern:
Kauft keine Schnuffeltücher, ihr werdet am Ende mehr als genug haben.
Und wenn ihr ein Geschenk für werdende Eltern sucht, dann überlegt doch nochmal, ob euch nicht doch etwas kreativeres als ein Schnuffeltuch einfällt. Vielleicht findet ihr ja etwas in meinem Artikel zur Grundausstattung für Neugeborene.
Fernbedienung, Schlüssel, Gamepad & Co
Als mein Sohn dann etwas größer war, hat er sich immer wahnsinnig für die Dinge interessiert, mit denen wir so hantiert haben. Nachdem er aber nicht dauernd den Fernseher anschalten oder umschalten sollte und ich ihm mit meinen Gamepads auch noch nicht vertraut habe, waren die aber tabu für ihn.
Als liebende Eltern, die nicht gern in traurige Kinderaugen schauen, haben wir ihm dann eine Spielzeugfernbedienung und ein Spielzeuggamepad besorgt. Die machen bei Knopfdruck Geräusche (bspw. 1, 2, 3 oder Rot, Grün etc.) und bringen den Kindern somit theoretisch sogar Zahlen und Farben bei.
Das Geld hätten wir uns allerdings trotzdem sparen können.
Ihr denkt doch nicht, dass mein Sohn dadurch aufgehört hätte, immer nach unseren Sachen Ausschau zu halten, oder? Außerdem hat er sich auch selten mal freiwillig ernsthaft und länger mit den Dingern beschäftigt. Es geht halt nichts über das echte Ding.
Wenn ihr noch irgendwo eine alte Fernbedienung, einen Autoschlüssel oder ein Gamepad rumfliegen habt, dann gebt ihnen lieber das. Und trotzdem werden sie bald den Spaß daran verlieren, weil sie merken, dass es nicht das Ding ist, das ihr benutzt.
Lenkrad
Nachdem mein Sohn ein riesiger Fan von allem ist, was fährt und er sich auch gerne vorne im Auto bei mir auf den Schoß gesetzt hat, um sich alles genau anzuschauen, haben wir ihm zu seinem ersten (bewusst erlebten) Weihnachten ein Lenkrad gekauft. Man kann es drehen, es blinkt beim Abbiegen, man kann Gas geben. Man sollte meinen, ein super Geschenk für einen kleinen Autonarren.
Die Realität war dann, dass er erstmal alles Andere spannender fand, als das Geschenk. Nämlich das Geschenkpapier, die Schleife und den Karton. Wir haben ihm dann gezeigt, wie es funktioniert und er hat auch ein paar mal daran rumgespielt, aber so wirklich gefesselt hat es ihn nicht.
Und meine Vermutung ist, dass es an zwei Gründen liegt: Erstens ist es eben, wie ich schon bei der Fernbedienung geschrieben habe, eben nicht das echte Ding. Kinder haben eine sehr feine Antenne dafür, ob die Sachen als Spielzeuge für sie gemacht und damit gleichzeitig sicher und unglaublich langweilig sind.
Zweitens glaube ich, dass diese Art von Spielzeug den Kindern eben nicht sehr viel Spielraum für eigene Kreativität lässt. Mann kann es eben nur so bespielen, wie es sich der Designer ausgedacht hat. Die besten Erfahrungen haben wir aber mit Spielzeug gemacht, das vielleicht auf den ersten Blick sogar relativ langweilig aussieht, aber aus dem die Kinder mit ein bisschen Kreativität, alles machen können, was sie wollen.
Das reicht von einer einfachen Pappröhre (Staubsauger, Fernrohr etc.), über eine Pool noodle (Schwert, Turnierlanze, Schaufel etc.) bis hin zu Schaumstoffbauklötzen. Bei letzteren weiß ich schon gar nicht mehr, was die schon alles waren, aber auf jeden Fall haben beide meine Kinder mit ihnen Laufen gelernt. Das war so auch nie geplant… und deshalb hat es wahrscheinlich funktioniert.
Wenn ihr ein paar Inspirationen für tolles Kinderspielzeug haben wollt, dann schaut doch mal bei meinen Artikeln zu den besten Geschenken zu den verschiedenen Geburtstagen vorbei. Da habe ich versucht, das sinnvoll nach Alter zu sortieren:
