3 Gründe, warum du selbst backen solltest
Die Überwindung sich für ein paar Brötchen extra eine halbe Stunde in die Küche zu stellen und sie selbst zu backen ist zugegeben schon erst mal recht groß. Und natürlich war es für mich etwas einfacher, weil die Auswahl an glutenfreien Lebensmitteln im Supermarkt nicht besonders groß ist und damit der Leidensdruck ein bisschen höher war.
Aber es gibt für jeden Familienvater, der Wert auf Fitness und gesunde Ernährung legt, drei gute Gründe ab und zu mal selbst zu backen:
Qualität
Wenn man nicht auf glutenfreie Lebensmittel angewiesen ist, hat man zwar eine größere Auswahl, aber ehrlicherweise ist die trotzdem oft nicht wirklich besser. Ellenlange Zutatenlisten, günstige Füllstoffe, Zucker, Palmöl und noch vieles mehr.
Selbst wenn man zum Bäcker geht, kann man nicht immer sicher sein, dass hier echtes Handwerk mit nur ein paar Zutaten verkauft wird. Auch viele Handwerksbäcker arbeiten mit Backmischungen, die vorher großindustriell zusammengestellt wurden und schnell mal 20 Zutaten haben. Die Wahrheit ist also, dass ich viele Sachen selbst backe, weil es eine solche Qualität kaum mehr irgendwo zu kaufen gibt.
Da kenne ich alle Zutaten mit Herkunft und Qualität.
Bei Bedarf kann ich die Zusammenstellung auch etwas an meine eigenen Wünsche anpassen. Möchte ich zum Beispiel ein bisschen mehr Protein im Brot, dann füge ich eben noch etwas Kichererbsenmehl oder ein paar Kürbiskerne mit rein. Und ein Brot, das frisch aus dem eigenen Ofen kommt, schmeckt einfach super lecker. Unser Sohn steht dann schon immer parat und möchte probieren. Wenn man dann nicht aufpasst, sind schnell mal drei Scheiben verdrückt und das natürlich kurz vor dem Abendessen.
Kosten
Der zweite Punkt hängt relativ stark mit dem ersten Punkt zusammen. Ich hab ja gerade behauptet, dass es solche Qualität kaum mehr zu kaufen gibt und das stimmt nicht ganz. Natürlich gibt es zum Teil auch tolle Bäcker, die mit super Bio-Zutaten fantastisches Gebäck zaubern.
Bloß jeden Tag leisten kann ich mir das definitiv nicht. Bei den gestiegen Energie- und Lohnkosten sind ja schon ganz normale Laugenbrezen vom Bäcker kein Schnäppchen mehr.
Ich kaufe mittlerweile mein Mehl in größeren Mengen von einer Mühle. Das lohnt sich, wenn man regelmäßig bäckt und etwas „exotischere“ Mehle wie Kichererbsenmehl, Buchweizenmehl oder Hafermehl verwendet definitiv.
Diese Mehle benutze ich zum einen natürlich, weil sie glutenfrei sind, zum anderen aber auch, weil sie super Nährwerte haben. Und so back in dann ein Kilo protein- und ballaststoffreiches Brot aus Biozutaten für vielleicht 5 Euro. Und komm damit momentan fast über die Woche. Das ist preislich unschlagbar.
Beim Bäcker kriegt man dafür vielleicht noch 5-6 Brezen, aber Bio sind die dann definitiv nicht und länger als einen Tag machen die die Familie auch nicht satt. Um seine Familie also qualitativ ordentlich und preiswert zu versorgen, führt also eigentlich kein Weg am selber Backen vorbei.
Vorbildwirkung
Als Väter haben wir ja alle vor, ein gutes Vorbild für unsere Kinder zu sein und ihnen ein paar gute Angewohnheiten auf ihren Lebensweg mitzugeben. Für solche guten Angewohnheiten reicht es aber nicht, es denn Kindern immer wieder zu sagen:
Wirklich verinnerlichen werden es unsere Kinder nur, wenn sie es sehen.
Papa kann 100 mal sagen, dass gesunde Ernährung und Sport wichtig sind. Aber wenn er selbst oft auf der Couch liegt und lieber Schokoriegel als Kohlrabi ist, wird sein Kind vermutlich lernen, dass das mit dem Sport und der gesunden Ernährung wohl doch nicht so entscheidend ist. Der berühmte Kunstgriff von früher zu erzählen, als man noch viel fitter war und sich gesünder ernährt hat, wirkt da auch wenig überzeugend.
Wenn dein Kind dir aber dabei zusieht, wie du regelmäßig deine spärliche Freizeit investierst, um für die Familie gesundes Essen auf den Tisch zu stellen, dann bekommt das ein ganz anderes Gewicht.
Ich konnte meinen Sohn noch so oft fragen, ob er nicht mal ein Stück Kohlrabi probieren will. Die Antwort war immer nein. Als er mich aber über Wochen hinweg immer wieder dieses grüne Zeug futtern hat sehen, wurde er neugierig. Erst hat er mich damit gefüttert und irgendwann dann doch probiert. Und nun fragt er manchmal (zugegeben selten) sogar selbst danach, ob er für den kleinen Hungen zwischendurch nicht einen Kohlrabi haben könnte.
Und mit dem Backen läuft es genauso. Klar ist mein Sohn manchmal frustriert, wenn ich deswegen keine Zeit habe, mit ihm zu spielen. Aber er merkt eben auch, dass das was ich da grad tue wichtig ist. Und dann möchte er auch mit dabei sein und darf den Löffel fürs Olivenöl halten oder der Küchenmaschine beim Teigkneten zuschauen.
Du siehst also, eigentlich führt kein Weg am selbst Backen vorbei, also probier doch gleich mal mein Rezept für Protein-Linsenbrötchen mit Chiasamen aus. Die sind lecker, halten lange satt und sind schnell gemacht.
